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Ratgeber · ca. 3 Min. Lesezeit

Bauversicherungen — welche brauchst du wirklich?

Ein Hausbau ist ein Großprojekt mit vielen Risiken: Unfälle auf der Baustelle, Sturmschäden am Rohbau, Materialdiebstahl. Die richtigen Versicherungen schützen dich vor finanziellen Katastrophen. Hier erfährst du welche Versicherungen Pflicht sind, welche empfehlenswert sind und was sie kosten.

Bauherrenhaftpflichtversicherung (Pflicht)

Als Bauherr bist du für alles verantwortlich, was auf deiner Baustelle passiert — auch wenn du einen Generalunternehmer beauftragt hast. Wenn ein Passant über herumliegendes Baumaterial stolpert oder ein Nachbargebäude durch Bauarbeiten beschädigt wird, haftest du als Bauherr persönlich und unbegrenzt (§ 823 BGB). Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt: Personenschäden (Verletzungen Dritter auf der Baustelle), Sachschäden (Beschädigung von Nachbargebäuden, parkenden Autos), Vermögensschäden (Folgeschäden). Kosten: ca. 100–300 EUR einmalig für die gesamte Bauzeit (bei Bausummen bis 500.000 EUR). Diese Versicherung ist die wichtigste beim Hausbau — ohne sie gehst du ein existenzbedrohendes Risiko ein. Schließe sie ab, bevor die erste Schaufel sticht.

Bauleistungsversicherung (empfohlen)

Die Bauleistungsversicherung (früher: Bauwesenversicherung) schützt den Rohbau während der Bauphase gegen unvorhersehbare Schäden: Sturm, Hagel, Starkregen, Überschwemmung, Vandalismus, Diebstahl fest eingebauter Teile und Konstruktionsfehler. Nicht versichert sind: normale Witterung, Vorsatz und Schäden die der Auftragnehmer zu verantworten hat (Gewährleistung). Kosten: ca. 200–500 EUR einmalig (bei Bausummen bis 500.000 EUR). Besonders wichtig, wenn die Bauzeit über einen Winter geht — Frostschäden am nicht geschützten Rohbau können schnell 20.000–50.000 EUR kosten. Viele Banken verlangen die Bauleistungsversicherung als Bedingung für die Baufinanzierung.

Feuerrohbauversicherung (oft inklusive)

Die Feuerrohbauversicherung schützt den Rohbau gegen Brandschäden — das häufigste Großschadensszenario auf Baustellen. Bei den meisten Wohngebäudeversicherungen ist der Feuerrohbauschutz beitragsfrei enthalten, wenn du die Wohngebäudeversicherung gleichzeitig abschließt. Prüfe bei deiner Versicherung, ob der Feuerrohbauschutz automatisch ab Baubeginn gilt oder separat aktiviert werden muss. Falls du die Wohngebäudeversicherung erst nach Fertigstellung abschließen möchtest, brauchst du eine separate Feuerrohbauversicherung (ca. 50–200 EUR).

Was du nicht brauchst

Bau-Rechtsschutzversicherung: klingt gut, deckt aber die häufigsten Streitfälle (Baumängel, Verzögerungen) nicht ab, weil diese unter Vertragsrecht fallen — und das ist bei den meisten Rechtsschutzversicherungen ausgeschlossen. Spar dir das Geld und investiere stattdessen in einen guten Bauvertrag mit einem Fachanwalt für Baurecht. Bauhelfer-Unfallversicherung: nur nötig wenn private Helfer (Freunde, Familie) auf der Baustelle mitarbeiten. Dann aber Pflicht — bei der BG BAU anmelden. Kosten: ca. 2 EUR pro Helferstunde. Zusammenfassung der Kosten: Bauherrenhaftpflicht (100–300 EUR) + Bauleistung (200–500 EUR) + Feuerrohbau (oft 0 EUR) = 300–800 EUR Gesamtkosten. Bei einer Bausumme von 400.000 EUR sind das weniger als 0,2 % — die bestangelegte Versicherungsprämie deines Lebens.

Nächste Schritte

Prüfe mit dem Grundstücks-Check welche Bebauungspläne für dein Grundstück gelten. Mit dem GRZ/GFZ-Rechner berechnest du die bebaubare Fläche, und der Baukosten-Rechner zeigt dir die geschätzten Gesamtkosten. Aktuelle Bodenrichtwerte findest du für 9 Bundesländer.

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