Ratgeber · ca. 3 Min. Lesezeit
Grunderwerbsteuer 2026 — Steuersätze nach Bundesland
Die Grunderwerbsteuer ist ein erheblicher Kostenfaktor beim Grundstückskauf. Je nach Bundesland zahlst du zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises — bei einem Grundstück für 200.000 EUR sind das zwischen 7.000 und 13.000 EUR. Hier findest du die aktuellen Steuersätze 2026 und erfährst, wie du die Belastung senken kannst.
Steuersätze 2026 nach Bundesland
Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer — jedes Bundesland legt den Satz selbst fest. Seit 2006 dürfen die Länder den Steuersatz frei bestimmen (Föderalismusreform I). Seitdem haben fast alle Bundesländer die Steuer erhöht, teilweise mehrfach. Hier die aktuellen Sätze: 3,5 % in Bayern und Sachsen — die günstigsten Bundesländer. 4,5 % in Hamburg (gesenkt von 5,5 % zum 01.01.2025). 5,0 % in Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. 5,5 % in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen. 6,0 % in Berlin. 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die Steuer wird fällig, sobald der notarielle Kaufvertrag unterzeichnet ist. Das Finanzamt schickt den Bescheid in der Regel innerhalb von 4–8 Wochen. Ohne Zahlung der Grunderwerbsteuer erhältst du keine Unbedenklichkeitsbescheinigung — und ohne diese keine Eintragung im Grundbuch.
Berechnung der Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer berechnet sich aus dem Kaufpreis des Grundstücks (bei unbebauten Grundstücken) bzw. dem Gesamtkaufpreis inklusive Gebäude (bei bebauten Grundstücken). Beispiel: Du kaufst ein Grundstück in NRW für 200.000 EUR. Grunderwerbsteuer = 200.000 × 6,5 % = 13.000 EUR. Zum Kaufpreis kommen typischerweise noch hinzu: Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2,0 % des Kaufpreises), Maklerprovision (3,57–7,14 % je nach Region und Vereinbarung) und eben die Grunderwerbsteuer. Diese Kaufnebenkosten summieren sich auf 10–15 % des Kaufpreises und müssen in der Regel aus Eigenkapital finanziert werden — Banken finanzieren Nebenkosten ungern. Mit unserem Baukosten-Rechner unter /tools/baukosten-rechner/ kannst du die Grunderwerbsteuer für dein Bundesland direkt berechnen.
Tipps zum Sparen bei der Grunderwerbsteuer
Grundstück und Gebäude getrennt kaufen: Wenn du ein unbebautes Grundstück kaufst und separat einen Bauvertrag abschließt, fällt die Grunderwerbsteuer nur auf den Grundstückspreis an — nicht auf die Baukosten. Voraussetzung: zwischen Grundstückskauf und Bauvertrag müssen rechtlich und zeitlich unabhängige Verträge bestehen. Bei einem Bauträger-Vertrag (Grundstück + Haus aus einer Hand) gilt der Gesamtpreis als Bemessungsgrundlage. Inventar herausrechnen: Bewegliche Gegenstände wie Einbauküche, Markise oder Sauna können im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden. Diese unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer. Typisch sind 3.000–10.000 EUR die herausgerechnet werden können. Familienverkäufe: Verkäufe zwischen Ehepartnern und Verwandten in gerader Linie (Eltern, Kinder, Enkel) sind von der Grunderwerbsteuer befreit (§ 3 Nr. 4 und 6 GrEStG). Wichtig: Steuergestaltung beim Grundstückskauf ist komplex. Lass dich von einem Steuerberater beraten, bevor du den Kaufvertrag unterschreibst.
Grunderwerbsteuer-Reform: Was sich ändern könnte
Seit Jahren wird über eine Reform der Grunderwerbsteuer diskutiert. Die wichtigsten Vorschläge: Freibetrag für Ersterwerber — ein steuerfreier Betrag von 250.000–500.000 EUR für den ersten Immobilienkauf. Mehrere Bundesländer haben sich dafür ausgesprochen, eine bundesgesetzliche Regelung steht aber noch aus. Flexible Steuersätze — einige Experten fordern, dass Kommunen den Steuersatz selbst festlegen dürfen, um lokale Wohnungsmärkte gezielt zu steuern. Hamburg hat 2025 als erstes Bundesland den Satz gesenkt (von 5,5 auf 4,5 %) — ein Signal, dass der Trend auch nach unten gehen kann. Stand April 2026 gibt es keine beschlossene Reform auf Bundesebene. Die oben genannten Steuersätze gelten bis auf Weiteres.
Nächste Schritte
Prüfe mit dem Grundstücks-Check welche Bebauungspläne für dein Grundstück gelten. Mit dem GRZ/GFZ-Rechner berechnest du die bebaubare Fläche, und der Baukosten-Rechner zeigt dir die geschätzten Gesamtkosten. Aktuelle Bodenrichtwerte findest du für 9 Bundesländer.