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Glossar · Festsetzung im B-Plan / Gestaltungssatzung

Dachform

Der Bebauungsplan oder eine Gestaltungssatzung kann die zulässige Dachform vorschreiben. Das dient dem einheitlichen Ortsbild und kann auch städtebauliche Gründe haben, etwa um Verschattung zu steuern oder Sichtachsen zu erhalten. Die häufigsten Dachformen in deutschen B-Plänen sind: Satteldach (SD) — zwei geneigte Dachflächen, die am First zusammentreffen. Die verbreitetste Dachform in Deutschland, besonders in ländlichen und vorstädtischen Gebieten. Gut für Dachgeschossausbau. Walmdach (WD) — wie Satteldach, aber mit zusätzlichen geneigten Flächen an den Giebelseiten. Wirkt gedrungener und ist windstabiler. Weniger Wohnfläche im Dachgeschoss als beim Satteldach. Pultdach (PD) — eine einzelne geneigte Dachfläche. Modern, gut für Solaranlagen, da die gesamte Dachfläche zur Sonne ausgerichtet werden kann. Flachdach (FD) — nahezu waagerecht (Neigung unter 5°). Ermöglicht Dachterrassen und Begrünung. Beliebt im modernen Wohnungsbau und bei Gewerbebauten. Krüppelwalmdach (KWD) — Satteldach mit abgeknickten Giebelseiten. Traditionelle Form, besonders im norddeutschen Raum verbreitet. Mansarddach (MD) — Dach mit Knick in der Dachfläche, bietet deutlich mehr Wohnraum im Dachgeschoss als ein normales Satteldach. Typisch für Gründerzeit-Architektur. Für Grundstückskäufer ist die Dachform relevant, weil sie die Architektur des Hauses massgeblich bestimmt und den nutzbaren Wohnraum im Dach beeinflusst. Wenn im B-Plan nur Satteldach festgesetzt ist, kann kein Flachdach-Bungalow gebaut werden — es sei denn, eine Befreiung wird erteilt. Die Dachform beeinflusst auch die Baukosten: Flachdächer sind in der Herstellung oft günstiger, stellen aber höhere Anforderungen an die Abdichtung. Walm- und Mansarddächer sind aufwändiger und teurer als einfache Satteldächer. Prüfe die Dachform-Festsetzung vor dem Kauf auf darfichbauen.de. Falls eine Gestaltungssatzung zusätzlich zum B-Plan gilt, können dort weitere Einschränkungen zur Dachform, Dachfarbe und Materialwahl festgelegt sein.

Beispiel

Typische Werte

SD = Satteldach (am häufigsten festgesetzt), WD = Walmdach, KWD = Krüppelwalmdach, PD = Pultdach, FD = Flachdach, MD = Mansarddach, ZD = Zeltdach