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Glossar · § 8 BauGB

Was ist ein Bebauungsplan?

Ein Bebauungsplan (B-Plan) ist eine verbindliche Bauleitplanung der Gemeinde. Er legt für ein bestimmtes Gebiet rechtsverbindlich fest, was und wie dort gebaut werden darf. Typische Festsetzungen sind: Gebietstyp (Wohnen, Gewerbe, Mischung), Grundflächenzahl (GRZ), Geschossflächenzahl (GFZ), Gebäudehöhen, Bauweise (offen oder geschlossen), Dachform und Dachneigung. Der B-Plan wird aus dem Flächennutzungsplan (FNP) entwickelt und durchläuft ein mehrstufiges Verfahren mit Bürgerbeteiligung und Behördenbeteiligung. Nach Inkrafttreten ist er als Satzung für jeden verbindlich — Bauanträge werden gegen seine Festsetzungen geprüft. Nicht jedes Grundstück liegt im Geltungsbereich eines B-Plans. Liegt kein B-Plan vor, richtet sich die Bebaubarkeit nach § 34 BauGB (Innenbereich) oder § 35 BauGB (Aussenbereich). Für Grundstückskäufer ist der B-Plan das wichtigste Dokument vor dem Kauf: er zeigt, ob ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus oder gar kein Wohnhaus möglich ist. Der Bebauungsplan besteht aus zwei Teilen: der Planzeichnung und dem Textteil. Die Planzeichnung zeigt grafisch die Baugrenzen, Baulinien, Nutzungsschablonen und den Geltungsbereich. Der Textteil enthält ergänzende textliche Festsetzungen und die Begründung des Plans. B-Pläne gibt es in verschiedenen Varianten: den qualifizierten Bebauungsplan (enthält mindestens Festsetzungen über Art und Mass der baulichen Nutzung, die überbaubaren Grundstücksflächen und die örtlichen Verkehrsflächen), den einfachen Bebauungsplan (enthält weniger als diese vier Mindestfestsetzungen, ergänzt durch § 34 BauGB) und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan (§ 12 BauGB, auf ein konkretes Projekt zugeschnitten). Mit dem Grundstücks-Check auf darfichbauen.de kannst du prüfen, ob für eine Adresse ein Bebauungsplan vorliegt und welche Festsetzungen darin enthalten sind. So weisst du vor dem Kauf, was auf dem Grundstück möglich ist — ohne den Plan selbst lesen zu müssen.

Beispiel